Seit 2012 gibt es in Deutschland einen Notfallplan Gas. Er setzt die EU-Verordnung 2017/1938 zur Sicherung der Gasversorgung um und legt fest, wie Deutschland in einer Versorgungskrise reagiert. Der Plan besteht aus drei Stufen, die je nach Schwere der Situation vom Bundeswirtschaftsministerium ausgerufen werden.
Stufe 1
Die Frühwarnstufe tritt in Kraft, wenn konkrete Hinweise vorliegen, dass ein Ereignis die Gasversorgung erheblich verschlechtern könnte. Im Wirtschaftsministerium wird ein Krisenteam aus Behörden und Versorgern gebildet. Für Verbraucher hat diese Stufe zunächst kaum direkte Auswirkungen – empfohlen wird jedoch, den Gasverbrauch soweit möglich zu reduzieren.
Stufe 2
Bei einer tatsächlichen Störung der Erdgasversorgung oder außergewöhnlich hoher Nachfrage gilt die Alarmstufe. Der Markt funktioniert weiterhin und kann die Situation eigenständig bewältigen. Unternehmen steuern durch Einsparungen oder alternative Lieferwege gegen.
Stufe 3
Notfallstufe: Wenn marktbasierte Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Versorgung dennoch nicht ausreicht, greift der Staat direkt ein. Die Bundesnetzagentur steuert die Verteilung des vorhandenen Gases und schützt dabei besonders Privathaushalte, soziale Einrichtungen und Krankenhäuser.
Was bedeutet das aktuell?
Die Gasversorgung in Deutschland ist derzeit stabil. Seit dem 1. Juli 2025 gilt wieder die Frühwarnstufe. Die Alarmstufe, die seit Juli 2022 infolge des Ausfalls russischer Gaslieferungen galt, wurde aufgehoben. Diese Entspannung ist das Ergebnis gezielter Maßnahmen, darunter der Aufbau einer verlässlichen LNG-Infrastruktur, die es zuvor in Deutschland nicht gab.
Die Rolle der DET-Terminals
Die LNG-Terminals der DET sind ein zentraler Baustein dieser Maßnahmen. Sie ermöglichen es Deutschland, Erdgas aus verschiedenen Ländern zu beziehen – unabhängig von einzelnen Pipelines. Neben den vermarkteten Regasifizierungskapazitäten werden Reservekapazitäten vorgehalten, die bei plötzlichen Engpässen kurzfristig aktiviert werden können. Die Terminals sind damit eine Brücke zum Energiesystem der Zukunft – unverzichtbar heute, solange landseitige Anlagen noch im Aufbau sind.